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Aktuelles

Held sein für (mindestens) einen Tag

Im Rahmen des alljährlichen Projekttages hatten Schüler*innen der Johann-Philipp-Palm-Schule Schorndorf am 28.07.2025 Gelegenheit, sich in insgesamt drei Gruppen sozial zu engagieren und in die Thematik des Ehrenamts hineinzuschnuppern. „Gutes tun in Schorndorf – Sei ein Held für einen Tag!“ hieß das Projekt, das von Julia Soldu-Becker ins Leben gerufen wurde.

Nach einem gemeinsamen Brezelfrühstück, gesponsert von der Bäckerei Schöllkopf (vielen lieben Dank an dieser Stelle!), verbrachte eine Gruppe den Vormittag im Seniorenheim Spittler Stift, während eine andere einen Einblick in die Arbeit beim Schorndorfer Radl erhielt. Eine dritte Gruppe hospitierte zu dieser Zeit schon in der Fröbelschule, einer Einrichtung für beeinträchtigte Kinder in Schorndorf.

Beim Schorndorfer Radl hatten sich sechs Ehrenamtliche Zeit genommen, um die Schüler*innen in ihre freiwillige Arbeit einzuführen und Informationen zum Schorndorfer Radl zu geben. Besonders positiv wurden die Atmosphäre und das Miteinander wahrgenommen.

Im Spittler Stift wurden die Schüler*innen freundlich begrüßt und umfassend über das Thema Demenz und die sozialen Auswirkungen der Krankheit informiert. In kleinen Gruppen durften sie anschließend Zeit mit den Senioren verbringen, Spiele spielen und ihnen vorlesen. Besonders berührt zeigten sich die Jugendlichen von den emotionalen Reaktionen der Heimbewohner*innen und konnten nicht nur selbst erleben, wie sich Rollstuhlfahrer fühlen, sondern erkannten auch, wie viel Feingefühl und Resilienz der Umgang mit älteren Menschen, insbesondere mit Demenzkranken, erfordert.

In der Fröbelschule durften sechs Schüler*innen beinahe gleichaltrige sowie jüngere Schüler*innen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen für einen Tag begleiten und sahen, dass Schule auch mehr sein kann als Wissensvermittlung und das Erreichen eines Abschlusses – anders eben. Hautnah erlebten sie, wie viele der Kinder für viele Tätigkeiten auch ihre Hilfe brauchten und sie sogar umarmen wollten. Wie sie im anschließenden Erfahrungsaustausch berichteten, waren sie beeindruckt von der Art und Weise des Umgangs der Lehrer*Innen vor Ort mit ihren Schüler*innen und ehrfürchtig-berührt von den Herausforderungen, mit denen andere Jugendliche mit anderen Schicksalen tagtäglich umzugehen lernen müssen.

Insgesamt hielt sich der Eindruck, dass alle Teilnehmenden einen gewinnbringenden Vormittag außerhalb des Regelunterrichts erleben durften und die Chance hatten, auch außerhalb des Tellerrands Erfahrungen zu sammeln – vielleicht auch mit der Einsicht, dass es Menschengruppen in unserer Gesellschaft gibt, die wir im Alltag ein bisschen zu oft ausblenden.